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Roger, hygiéniste, se prépare à se rendre dans la zone à haut risque du centre de traitement Ebola de Mangina pour une durée maximale d'une heure : l'équipement de protection rend la respiration difficile. RDC, septembre 2018. © Carl Theunis/MSF

Kongo (Demokratische Republik)

MSF mit schnellem Einsatzteam und neuer Ebola-Therapie im Nordosten

Aktuelles 
Seit am 1.8.2018 der Ebola-Ausbruch im Nordosten der D. R. Kongo offiziell bestätigt wurde, sind Mitarbeiter von MSF im Einsatz, um das kongolesische Gesundheitsministerium zu unterstützen. Mehrere Gesundheitsbezirke in den beiden Provinzen Nord-Kivu und Ituri sind betroffen. Mit Stand 11.10.2018 wurden insgesamt 165 Fälle von Ebola bestätigt. Hinzu kommen weitere 35 wahrscheinliche Ebola-Fälle. 90 Menschen sind bisher leider verstorben. Unser Fokus liegt darauf, das kongolesische Gesundheitspersonals zu trainieren, Ebola-Tests anzuwenden sowie Patienten zu behandeln.

    Epizentrum des zehnten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo ist die Stadt Mangina in der Provinz Nord-Kivu. Mittlerweile wurden aber auch aus mehreren Gesundheitsbezirken in der weiter nördlich gelegenen Provinz Ituri Ebola-Fälle bestätigt. Laurence Sailly, unsere Notfallkoordinatorin vor Ort, erklärt: „Die Anzahl bestätigter Ebola Fälle steigt nicht sprunghaft an, aber die Lage ist nach wie vor beunruhigend. Es gibt bestätigte Fälle in großen Städten wie Beni und Butembo, aber auch an Orten, die weit weg vom Epizentrum nahe der ugandischen Grenze liegen. Das macht die Eindämmung der Epidemie so schwierig.“

    „Ein Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Ebola ist eine schnelle Reaktion“

    Wir arbeiten zusammen mit dem Gesundheitsministerium der D. R. Kongo in Ebola-Behandlungszentren in Mangina und Butembo in der Provinz Nord-Kivu sowie in Tschomia in der Provinz Ituri. „Ein Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen Ebola ist eine schnelle Reaktion“, erläutert Sailly. „Immer wenn ein Ebola-Fall entdeckt wird, wird ein kleines multidisziplinäres Einsatzteam, bestehend aus einer Krankenschwester, einem Epidemiologen, einer Logistikerin, einem Gesundheitspromoter und einer Ärztin schnellstmöglich entsandt, um an diesem neuen Ort zu arbeiten und einen größeren Einsatz vorzubereiten.“

    Eine Neuerung ist, dass in jedes Behandlungszentrum ein Testlabor integriert wurde. So können Verdachtsfälle viel schneller überprüft und gegebenenfalls eine Behandlung eingeleitet werden. Mit Stand 22.9.2018 hat Ärzte ohne Grenzen insgesamt 195 Verdachtsfälle auf Ebola getestet und 74 bestätigte Ebola-Fälle behandelt.

    Neue Ebola-Medikamente machen Hoffnung auf höhere Überlebensraten

    Zum ersten Mal werden auch fünf neue Medikamente eingesetzt. Durch die Durchführung der Bluttests in den Behandlungszentren können Patienten, bei denen der Ebola-Virus gerade nachgewiesen wurde, diese Medikamente innerhalb von 24 Stunden erhalten.

    Es ist gut, dass inzwischen fünf vielversprechende Wirkstoffmoleküle gefunden wurden, auch wenn deren Wirksamkeit bislang noch nicht abschließend wissenschaftlich bestätigt wurde. Aber es ist ein Schritt vorwärts. Wir können Ebola-Patientinnen und –Patienten Zugang zu potentiell lebensrettenden Medikamenten bieten, während wir uns auf die klinischen Studien vorbereiten, die hoffentlich deren Wirksamkeit und Sicherheit bestätigen werden.
    - Dr. Hilde De Clerck, Ärztin und Ebola-Expertin von Ärzte ohne Grenzen

    Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen das kongolesische Gesundheitsministerium und die WHO auch dabei, Menschen aus Berufsgruppen zu impfen, die unmittelbar mit Ebola-Patienten in Kontakt kommen. Hierzu zählen Menschen, die beispielsweise in Gesundheitseinrichtungen, Bestattungsunternehmen oder bei Taxidiensten arbeiten. Insgesamt wurden bisher 13.750 Menschen mit dem Ebola-Impfstoff rVSVDG-ZEBOV geimpft. Weiterhin führen wir Maßnahmen zur Überwachung und Infektionsprävention durch. Wir schulen medizinisches Personal in verschiedenen Orten beider betroffener Provinzen, damit Ebola-Fälle früh erkannt und behandelt werden können.

    Noch nicht unter Kontrolle: Unwägbarkeiten beim aktuellen Ebola-Ausbruch

    Die Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Nordosten der D. R. Kongo sind dicht besiedelt und liegen entlang einer großen Handelsroute. Mit der Stadt Butembo ist eine größere Stadt mit rund einer Million Einwohner betroffen. Mit der Bestätigung von Ebola-Fällen in Tschomia ist die Epidemie darüber hinaus näher an die ugandische Grenze gerückt. Daher haben wir auch auf ugandischer Seite entsprechende Aktivitäten. In Bwera, einer kleinen Stadt direkt auf der anderen Grenzseite von Beni und Butembo, haben wir ein Ebola-Isolationszelt aufgebaut, ebenso in Hoima. Unsere regulären Projekte in Nord-Kivu und Ituri haben wir mit angepassten Material- und Medikamentenvorräten ausgestattet, um die bestehenden Aktivitäten vor dem Risiko einer Ebola-Kontamination zu schützen.