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Coronavirus. Covid-19. France.

Frankreich

Ausbreitung von Covid 19: Ärzte ohne Grenzen wird in Frankreich aktiv

Paris, März 2020. Am Montag, 16. März verhängte die französische Regierung im Kampf gegen das Coronavirus eine Ausgangssperre. © Aurelie Baumel/MSF
Aktuelles 
In Absprache mit den Gesundheitsbehörden startet Ärzte ohne Grenzen Hilfsmassnahmen in der Region Ile-de-France. Diese konzentrieren sich auf Leistungen für besonders hilfsbedürftige Bevölkerungsgruppen wie Obdachlose und Migranten, denen die Organisation schon seit mehreren Jahren zur Seite steht.

    Aufgrund der Ausbreitung der Covid-19-Epidemie in Frankreich werden die Vorsorge- und Behandlungskapazitäten des Gesundheitssystems weiter ausgebaut. Vor diesem Hintergrund wird Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) in Absprache mit den französischen Gesundheitsbehörden diese Woche mit Massnahmen beginnen, damit bei den besonders hilfsbedürftigen Bevölkerungsgruppen in Paris und bestimmten Departements der Region Ile-de-France mehr Tests durchgeführt und an dem Virus erkrankte Menschen behandelt werden können.

    Migranten, Obdachlose und unbegleitete Minderjährige sind besonders anfällig

    Menschen in prekären Situationen wie Migranten, Obdachlose oder unbegleitete Minderjährige sind der Epidemie besonders schutzlos ausgesetzt: Sie leben oft in überfüllten Lagern unter unzulänglichen hygienischen Bedingungen, die die Ausbreitung des Virus begünstigen, haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung und sind aufgrund ihrer Lebensumstände oft schon gesundheitlich geschwächt.

    „Im Kontext der Coronavirus-Epidemie machen wir uns besondere Sorgen um das Schicksal dieser Bevölkerungsgruppen“, erklärt Pierre Mendiharat, stellvertretender Leiter der Einsätze bei MSF.

    „Ohne Anstrengungen bei den Tests und der Quarantäne von Erkrankten dürfte sich das Virus unter diesen Menschen sehr schnell ausbreiten. Dass sie am Rande der Gesellschaft leben und somit nur schwer zu erreichen sind, macht alles nur noch schlimmer.“

    Mobile Sprechstunden und Tests

    Die Teams von MSF arbeiten derzeit zusammen mit Partnervereinigungen und der regionalen Gesundheitsagentur der Region Ile-de-France die Einzelheiten der Massnahmen aus. Diese werden mobile Sprechstunden und Tests umfassen. Die Teams werden direkt vor Ort helfen und bei der Diagnose, Quarantäne und Behandlung von Erkrankten in dafür vorgesehenen, bereits existierenden oder künftigen Strukturen Unterstützung leisten.

    Mit unserem Beitrag weiten wir die Hilfe aus, die MSF in anderen Ländern, wie in Italien, bereits leistet oder in den kommenden Wochen in zusätzlichen Ländern, in denen wir bereits vor der Covid-19-Epidemie Projekte betrieben, leisten wird.
    Pierre Mendiharat, stellvertretender Leiter der Einsätze bei MSF

    Die MSF-Teams sind zudem damit beschäftigt, ihre Projekte in der ganzen Welt aufrechtzuerhalten, die vor dem Hintergrund der Einschränkungen von Reisen und des freien Verkehrs von Gütern und Personen bedroht sind.

    MSF ist in über 70 Ländern weltweit tätig. In Frankreich erbringt die Organisation derzeit Hilfs- und Schutzleistungen für unbegleitete Minderjährige in der Region von Paris, in Marseille und in anderen Regionen Frankreichs.


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