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Simbabwe

MSF Zimbabwe cholera vaccination
Ein Einwohner von Glenview, Harare, den Epizentrum des letzten Cholera-Ausbruchs, nimmt während der Massenimpfkampagne einen oralen Cholera-Impfstoff. Simbabwe. October 2018. © Marion Mossing/MSF

    Ärzte ohne Grenzen leistete im Jahr 2018 medizinische Hilfe in Simbabwe: Die Teams versorgten HIV- und Tuberkulose-Patientinnen und Patienten, behandelten chronische Erkrankungen und halfen beim Ausbruch von Epidemien.

    • Ärzte ohne Grenzen setzte im Jahr 2018 die Hilfe in Simbabwe fort, da der Gesundheitssektor aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Krise vor diversen Herausforderungen stand: So gab es u. a. Engpässe bei der Lieferung von medizinischem Material und wichtigen Medikamenten. Zudem mangelte es an finanziellen Mitteln, um die Wasser- und Sanitärversorgung aufrechtzuerhalten.
       
    • Im Jahr 2018 unterstützte Ärzte ohne Grenzen die Gesundheitsbehörden landesweit bei der Bekämpfung zahlreicher Epidemien, die durch Wasser übertragen wurden. Dazu gehörte auch der zweitgrößte Cholera-Ausbruch in der Geschichte des Landes, der in der Hauptstadt Harare seinen Ursprung hatte. Bei insgesamt vier Cholera-Ausbrüchen und vier Typhus-Epidemien behandelten unsere Teams mehr als 13.000 Patienten. Gemeinsam mit den Behörden und der Weltgesundheitsorganisation versorgten sie zudem 1.297.890 Personen mit einer oralen Cholera-Impfung. In Harare und zwei anderen Provinzen behandelte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen dieser Hilfe in Simbabwe auch 10.000 Personen mit Verdacht auf Typhus. Um die Verbreitung der durch Wasser übertragenen Krankheiten in der dichtbesiedelten Hauptstadt einzudämmen, sanierte Ärzte ohne Grenzen in den Jahren 2015 bis 2018 insgesamt 50 Bohrlöcher, bohrte neun weitere Löcher und trainierte 72 Gemeindegesundheitsclubs in 13 Vororten Harares in der Instandhaltung der Wasserstellen.
       
    • In der Hauptstadt Harare übergab Ärzte ohne Grenzen das medizinische und psychologische Projekt für Überlebende sexueller Gewalt an die städtischen Behörden. Im Rahmen dieser Hilfe in Simbabwe hatten die Teams mehr als 8.000 Personen seit Projektbeginn behandelt. Die Teams konzentrierten sich stattdessen auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit für Jugendliche. Im Stadtbezirk Mbare hielten sie Sprechstunden für 4.300 Jugendliche ab.
       
    • In der Provinz Manicaland behandelte Ärzte ohne Grenzen chronische Krankheiten, wie Bluthochdruck und Diabetes in ländlichen Kliniken in Chipinge und im Krankenhaus von Mutare. Die Teams nahmen 2018 rund 1.000 Personen in das Programm auf und hielten mehr als 4.730 Konsultationen ab.
       
    • Im südlichen Bezirk Mwenezi betreuten wir 1.400 Menschen, die mit HIV und Tuberkulose lebten. 500 neue Patientinnen und Patienten wurden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt.
       
    • In Gutu unterstützte Ärzte ohne Grenzen im Rahmen der Hilfe in Simbabwe die Behörden bei Reihenuntersuchungen von Gebärmutterhalskrebs. 6.470 Frauen wurden in sechs Kliniken untersucht, 240 von ihnen wurden behandelt. Zudem versorgten die Teams 15.650 Mädchen in 246 Schulen mit Impfungen gegen das humane Papillomavirus.
       
    • In Beitbridge setzten die Teams das basismedizinische Projekt für Migranten fort, die von Südafrika abgeschoben worden oder zurückgekehrt waren. Im Rahmen dieser Hilfe in Simbabwe behandelten sie mehr als 2.280 Migranten.

    Ärzte ohne Grenzen bot erstmals im Jahr 2000 Hilfe in Simbabwe an.

    15. Juni 2019


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