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Irak

MSF Iraq displaced persons
Kinder, die durch Kämpfe des islamischen Staates und der Bombenangriffe der US-geführten Koalition vertrieben wurden, füllen eine Wasserflasche an einem Tank im Vertriebenenlager Amriyat al-Falluja. Irak. Oktober 2018. © Mohammad Ghannam/MSF

    Ärzte ohne Grenzen setzte 2018 die medizinische Hilfe im Irak fort: Mehr als zwei Millionen Vertriebene lebten im Land, und viele Gesundheitseinrichtungen waren zerstört oder beschädigt.

    • Im Jahr 2018 umfasste unsere Hilfe im Irak diverse Aktivitäten: basismedizinische Versorgung, Behandlung chronischer Krankheiten, Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Notversorgung, Chirurgie sowie psychologische Hilfe. Wir sanierten Krankenhäuser und Kliniken in vom Krieg betroffenen Regionen und rüsteten sie aus, um das irakische Gesundheitssystem zu stärken. Insgesamt hielten die Teams 197.600 ambulante Konsultationen ab, führten rund 38.500 psychologische Einzelgespräche, halfen bei 11.100 Geburten und nahmen 3.780 größere chirurgische Eingriffe vor.
       
    • In der Provinz Anbar leisteten unsere Teams basismedizinische Hilfe, behandelten chronische Krankheiten und boten psychologische Hilfe in zwei Vertriebenenlagern an. In der zweiten Jahreshälfte übergaben sie diese Hilfe im Irak an andere Akteure. Im April eröffnete Ärzte ohne Grenzen eine ambulante Klinik im Ramadi-Lehrkrankenhaus, um Patientinnen und Patienten mit moderaten und schweren psychischen Störungen zu behandeln.
       
    • Unsere Teams leisteten 2018 im Medizinischen Rehabilitationszentrum in Bagdad postoperative Hilfe für 261 schwerverletzte Patienten. Zudem beendeten sie die Renovierung der Notaufnahme im Imam Ali Krankenhauses in Sadr City: Sie installierten eine qualitativ hochwertige medizinische Ausrüstung, lieferten 60.000 Tabletten der ersten Therapiestufe an das irakische Nationale Tuberkuloseprogramm und spendeten ein GeneXpert-Gerät an die Rusafa-Brust- und Atemklinik, um resistente Tuberkulosefälle besser aufzuspüren.
       
    • In der Provinz Diyala behandelten wir im Rahmen der Hilfe im Irak chronische Krankheiten, boten psychologische Hilfe sowie sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung in Jalawla, Sadiya und in den Vertriebenenlagern in Chanaquin an.
       
    • In der Provinz Erbil leistete Ärzte ohne Grenzen psychologische, psychiatrische und psychosoziale Hilfe in vier Lagern nahe Erbil sowie in Kalak.
       
    • Unsere Hilfe im Irak ging auch in der Provinz Kirkuk weiter. Dort hielten die Teams fast 14.500 ambulante Konsultationen ab und behandelten chronische Krankheiten in Al-Abassi und Hawidscha ab.
       
    • In der Provinz Ninewa weiteten wir unsere Hilfe im Osten und Westen der Stadt Mossul aus. Im Süden der Stadt hielten wir 18.000 Konsultationen ab, boten Intensivversorgung an und behandelten Brandwunden in einer Klinik mit 62 Betten. Die Teams nahmen 2018 fast 2.500 chirurgische Eingriffe vor. In Nablus lief ein großes Geburtshilfeprogramm: Wir halfen bei 5.300 normalen Geburten, nahmen 1.120 Kaiserschnitte vor und behandelten 34.500 Personen in der Notaufnahme.
       
    • In der Provinz Salahddine bot Ärzte ohne Grenzen im ersten Halbjahr medizinische und psychologische Konsultationen in Tikrit an.
       
    • Unsere Hilfe im Irak umfasste auch die Unterstützung der Behörden, als es zum Ausbruch des Krim-Kongo-Hämorrhagischen-Fiebers kam. Zudem wurden mehr als 111.000 Kinder gegen Masern in der Provinz Ninewa geimpft.

    Ärzte ohne Grenzen bot erstmals 1991 Hilfe im Irak-Konflikt an.

    15. Juni 2019


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