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MSF Luxemburg beweist sein Klima-Engagement für die nächsten 50 Jahre

    MSF Luxemburg beweist sein Klima-Engagement für die nächsten 50 Jahre

    Anlässlich des 50-jährigen Bestehens von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) startet MSF Luxemburg eine nationale und multimediale Kampagne, um das Bewusstsein für den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die humanitäre Arbeit zu schärfen. Mit einem halben Jahrhundert Erfahrung in der Arbeit mit den verwundbarsten Menschen ist sich MSF bewusst, dass die Umwelt im Mittelpunkt der humanitären Probleme von morgen steht, und engagiert sich deshalb schon heute für die globale Gesundheit.

    Mit dem Slogan "Wir behandeln jeden Menschen auf der Welt gleich, aber es muss noch eine Welt geben..." unterstreicht diese Kampagne das humanitäre Engagement von MSF für die Opfer des Klimawandels und bemüht sich die Umweltauswirkungen ihrer Aktionen vor Ort zu reduzieren.

    Die Gesundheit der Welt hängt von der Gesundheit des Planeten ab. Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion und der nährstoffreichen Lebensmittel, der begrenzte Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Verbreitung von Krankheiten sind nur einige der Herausforderungen, denen sich MSF in ihren Projekten auf der ganzen Welt stellen muss.

    Mit dieser Kampagne verfolgt MSF Luxemburg folgende Ziele:

    • Sensibilisierung der Luxemburger und Luxemburgerinnen für die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit des Menschen, insbesondere für die am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen;
    • Aufmerksamkeit bei den Menschen für die Folgen des Klimawandels, der Umweltzerstörung und anderer globaler Gesundheitsprobleme für den Menschen erregen. Noch dazu verschärfen diese Umstände bestehende Ungleichheiten und Anfälligkeiten noch;
    • Betonen, dass die Störung unseres natürlichen Systems vom Menschen verursacht wird und dass ohne dringende und massive Abhilfemaßnahmen unser aller Gesundheit und Wohlbefinden stark beeinträchtigt werden;
    • Hervorheben der Rolle von MSF bei der Versorgung der Opfer der globalen Erwärmung, aber auch der Bereitschaft von MSF, dessen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern, um mehr Verantwortung zu übernehmen.

    Das Klima-Engagement von MSF

    Der aktuelle Notstand des Klimawandels ist bereits jetzt und in zunehmendem Maße die Ursache für zahlreiche medizinische Bedürfnisse, die in den Tätigkeitsbereich von MSF fallen: Unterernährung, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, parasitäre Krankheiten (Malaria, Denguefieber, Zika), Epidemien, Durchfallerkrankungen, Verletzungen (in Verbindung mit schlechtem Wetter oder Konflikten um Ressourcen) usw.

    Um auf die globalen Gesundheitsprobleme konkret zu reagieren, hat MSF diese in seinen Strategieplan 2020-2023 aufgenommen, mit dem vorrangigen Ziel, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

    Im Rahmen der Kampagne "Wir kümmern uns um alle Menschen auf der Welt, ohne Unterschiede zu machen, aber es muss noch eine Welt geben..." hebt MSF Luxemburg vier Hauptbereiche des Engagements hervor und gibt konkrete Beispiele für seine Maßnahmen vor Ort:

      

    MSF setzt sich dafür ein, seine CO2 emissionen und abfälle zu reduzieren MSF setzt sich dafür ein, grüne und nachhaltige energiequellen zu nutzen

    MSF setzt sich dafür ein, den einsatz von plastik in seinen projekten zu reduzieren MSF setzt sich für den, schutz des klimas ein um zukünftige krisen zu antizipieren

    Unterstützen Sie MSF für die Gesundheit des Planeten!
    Nach Eintreffen extremer Wetterereignisse, leiden die schwächsten Menschen am meisten.
    Dank Ihrer Spende kann MSF in jeder Notsituation eingreifen, um eine schnelle und angepasste humanitäre Lösung anzuwenden und gleichzeitig die Auswirkungen auf die Umwelt so niedrig wie möglich zu halten.
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    Sie können uns auch unterstützen, indem Sie unsere Botschaften in den sozialen Medien verbreiten, damit unsere Stimme gehört wird! #MSFPlanetaryHealth
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    Klimanotstand = Gesundheitsnotstand

    Die Reaktion auf jede Notsituation liegt in den Genen von MSF. Seit 50 Jahren helfen wir als Reaktion auf die größten humanitären Katastrophen.

    Aufgrund von unseren umfangreichen logistischen Ressourcen sind wir in der Lage, in weniger als 24 Stunden überall auf der Welt einzugreifen sowohl Ärzte als auch aufblasbare Krankenhäuser zu entsenden und noch dazu die notwendige medizinische Ausrüstung und Medikamente mitzubringen. Wir verfügen daher über die personellen und logistischen Mittel, um an vorderster Front auf die Klimakatastrophen von morgen und die sich daraus ergebenden Gesundheitskrisen zu reagieren.

    Die Fakten

    Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) lag die globale Durchschnittstemperatur im Jahr 2020 zwischen 1,1 und 1,3 °C über der Basislinie von 1850-1900, was das Jahr 2020 zu einem der drei wärmsten Jahre in der Geschichte der Welt macht. Die Daten zeigen, dass dies die höchsten globalen Temperaturen seit einem Jahrtausend und die höchste Kohlendioxidkonzentration in unserer Atmosphäre seit mehr als 3 Millionen Jahren sind1.

    Nach einer detaillierten Analyse der WMO liegen wasserbedingte Gefahren unter den Katastrophen der letzten 50 Jahre an erster Stelle, sowohl was die menschlichen- als auch die wirtschaftlichen Verluste angeht2.

    "Unter dem Einfluss des Klimawandels werden gefährliche Wetter-, Klima- und Wasserereignisse immer häufiger und intensiver". Die sintflutartigen Regenfälle und die verheerenden Überschwemmungen, die Mitteleuropa und China in der vergangenen Woche heimgesucht haben, waren ein tragisches Beispiel für ihre menschlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen (...). Kein Land, ob Industrie- oder Entwicklungsland, ist vor den Gefahren sicher. Der Klimawandel ist hier und jetzt.“ Herr Petteri Taalas, Generalsekretär der WMO.

    1. Report: “State of the Global Climate 2020”. World Meteorological Organization, 2021. Nr. 1264

    2. « Les aléas liés à l'eau en tête des catastrophes de ces 50 dernières années » Communiqué de presse OMM. 23 juillet 2021.

    Konkrete Beispiele für die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit

    Veränderte Niederschlagsmuster erhöhen das Risiko lokaler Überschwemmungen, die zu direkten Verletzungen, der Ausbreitung von Infektionskrankheiten und Auswirkungen auf die psychische Gesundheit führen. Darüber hinaus können Überschwemmungen und Dürren zu Zwangsmigrationen führen.

    Bangladesch ist eines der durch den Klimawandel am stärksten gefährdeten Länder der Welt. MSF bietet den Menschen im Kamrangirchar-Slum in Dhaka medizinische Grundversorgung und betriebliche Gesundheitsfürsorge. Viele Bewohner wurden zwangsumgesiedelt, nachdem Überschwemmungen ihr Ackerland mit Salzwasser verseucht hatten. Die Neuankömmlinge litten unter arbeitsbedingten Verletzungen und Krankheiten, unter durch Wasser übertragene Krankheiten und unter häufiger sexueller Gewalt, die durch die harten Lebensbedingungen noch verstärkt werden.

    Hitzewellen - längere Perioden mit extremer Hitze und Feuchtigkeit - sind mit einem erhöhten Krankheits- und Sterberisiko verbunden, und es wird erwartet, dass ihre Häufigkeit und Schwere aufgrund des Klimawandels zunehmen werden. Hitzewellen können direkte Auswirkungen auf die Gesundheit haben, z. B. einen tödlichen Hitzschlag. Übermäßige Hitze kann auch bestehende Gesundheitsprobleme wie Herz- und Lungenerkrankungen, psychische Erkrankungen und Nierenprobleme verschlimmern.

    Das Chilwa-Becken ist eine der Regionen Malawis, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Dürre und unregelmäßige Niederschläge verändern die Größe und Tiefe des Chilwa-Sees, des zweitgrößten Sees des Landes. Auch die Übertragung von Cholera wird durch Umweltfaktoren bestimmt und schreitet bei infizierten Personen schnell voran. Sie verursacht wässrigen Durchfall und Erbrechen, was zu einer schweren und möglicherweise tödlichen Dehydrierung führt.

    Die humanitäre Antwort auf die Herausforderungen der Vertriebenen durch den Klimawandel

    Mit dem Auftreten und der raschen Ausbreitung der Covid-19-Pandemie wird immer deutlicher, dass unkoordinierte Ansätze nicht ausreichen, um die Risiken von Epidemien einzudämmen. Auch der Schutz der Bevölkerung vor den katastrophalen Folgen des Klimawandels erfordert integrierte Maßnahmen von humanitären Organisationen, globalen Gesundheitsakteuren, Regierungen und Gemeinden.

    Humanitäre Helfer müssen den Gemeinden und lokalen Akteuren zuhören, ihnen vertrauen und mit ihnen zusammenarbeiten.

    Die humanitären Organisationen müssen, außerdem, Kapazitäten aufbauen, um ihre Reaktionsfähigkeit bei klimabedingten Katastrophen zu optimieren. Frühwarnsysteme, wie das, welches im MACA-Projekt von MSF entwickelt wurde, sind der erste Schritt.

    Wenn humanitären Akteure ihre Arbeit unter dem Aspekt des Klimas betrachten, sind sie besser in der Lage, nicht nur auf die akute Phase von klimabedingten Ereignissen zu reagieren, sondern auch auf deren Konsequenzen wie Vertreibung, Ernährungsunsicherheit und Krankheiten einzugehen.

    Die Erfahrungen von MSF in Bangladesch, Niger und Malawi zeigen, dass es notwendig ist, über die Katastrophen hinauszuschauen, um ihre sekundären Auswirkungen zu antizipieren und zu bekämpfen.

    Da die Häufigkeit und Intensität klimabedingter Katastrophen zunehmen, wird humanitäre Hilfe immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Akteure der humanitären Hilfe und andere Akteure des globalen Gesundheitswesens dringend darüber nachdenken, wie sie ihren Beitrag zum Klimawandel und zur ökologischen Krise verringern können, und handeln.

    Die Notwendigkeit einer Sensibilisierung in Luxemburg

    Das Global Footprint Network ermittelt jedes Jahr den Tag, an dem die Menschheit alle ökologischen Ressourcen des Planeten verbraucht haben wird. Nach den Berechnungen wäre der Tag der Überschreitung im Jahr 2021, wenn die gesamte Menschheit so konsumieren würde wie die Luxemburger, bereits am 15. Februar - womit Luxemburg nach Katar die schlechtesten Aussichten hätte. Würde die ganze Welt wie Luxemburg leben, bräuchten wir 8 Planeten, um ein ökologisches Defizit zu vermeiden.

    Visuel jour du dépassement

    Allerdings sind sich die Luxemburger des Klimawandels besonders bewusst und reagieren sensibel auf Umweltfragen. So sind 69% der Luxemburger der Meinung, dass sich die Bürger im Kampf gegen den Klimawandel engagieren sollten*.

    Der Erfolg der "Youth for Climate"-Bewegung seit März 2019 zeigt auch, dass die luxemburgische Jugend für dieses Thema sensibilisiert ist und sich aktiv an der Lösung des Problems beteiligen möchte. Ihr Engagement ist Teil eines allgemeinen Bewusstseins, das aber leider die Auswirkungen der globalen Erderwärmung immer noch zu unterschätzen scheint.

    Schließlich waren die Überschwemmungen, die das Land im vergangenen Juli überraschten, eine traurige Erinnerung daran, dass wir alle von Umweltgefahren betroffen sein können.

    Auf einem kranken Planeten kann kein Mensch gesund sein. Der Klimanotstand ist auch ein Gesundheitsnotstand.

    *(Study by Skora Messaoudi and Tommy Klein, TNS Ilres - June 2021)